Gundolfs Bibliothek

Die Verborgenen Lande – Heraldik der Verborgenen Lande

Updated: 10. Mai 2017

Neu Wappen des Herzogtums Scharfenburg

 

Die Heraldik der Verborgenen Lande

Eine mittelalterliche oder – in moderner Zeit – von wenigstens konstitutionell-monarchischen Systemen geprägte Welt ist ohne Wappen schwer vorstellbar. Insofern finden sich auch immer wieder Erwähnungen und Beschreibungen der Wappen von Ländern, Grafschaften oder Personen. Abgesehen vom tatsächlich existenten Wappen der Familie Ibelin basieren alle Wappen, die ihr hier findet, auf meinen eigenen Erfindungen. Dabei habe ich mich grundsätzlich – mit einer gewissen und recht bedeutsamen Ausnahme – an die heraldischen Regeln gehalten.

Der Beginn des Wappenwesens fällt in die Zeit der Kreuzzüge. Das hatte zweierlei Gründe: Zum einen war es wünschenswert, in den wahrlich internationalen Kreuzfahrertruppen Landsleute wiederzufinden. Deshalb entwickelten sich sehr schnell bestimmte Farbgebungen der Kreuze, die sich die Kreuzfahrer als nach außen sichtbares Zeichen ihrer … ähem, Pilgereigenschaft … an die Waffenröcke steckten. Franzosen trugen meist rote, Engländer weiße, Deutsche schwarze, Flamen grüne Kreuze. Das steckte die „Nationalität“ ab, auch wenn man damals so etwas wie regelrechte Nationalstaaten noch nicht kannte.

Zum anderen wurde im 12. Jahrhundert der Topfhelm als Verbesserung gegenüber dem bis dahin üblichen Nasalhelm entwickelt. Der Topfhelm verdeckte das Gesicht, so dass der Ritter nicht mehr ohne weiteres erkannt werden konnte. Zunächst taten einfarbige Schilde oder solche mit geometrisch geteilten Farben gute Dienste. Doch Schildteilungen (auch Heroldsbilder genannt) allein sind naturgemäß von der Anzahl begrenzt, wenn in einiger Entfernung noch etwas zu erkennen sein soll. Die so genannten Gemeinen Figuren – Gegenstände, Pflanzen, Tiere, geometrische Figuren – verfeinerten die Unterscheidungsmerkmale.

In Frankreich entwickelten Herolde etwa ab dem 13. Jahrhundert Regeln, um eine gewisse Ordnung in die nun einsetzende Flut unterschiedlicher Wappenbilder zu bringen. Diese Regeln lassen nur sehr wenige und kräftige Farben zu: Die so genannten Tinkturen Blau, Grün, Orange, Rot, Schwarz und Violett, die Metalle Gold (Gelb) und Silber (Weiß) sowie die Felle Feh (dargestellt durch stilisierte Eisenhüte) und Hermelin (oft mittels drei Punkten mit dreispitzigem Schweif dargestellt).

Nach den in Frankreich entwickelten, seit langem allgemeingültigen heraldischen Regeln soll Tinktur nicht an Tinktur grenzen und Metall nicht an Metall. Diese Regel hat den Sinn, dass Wappen auch auf große Entfernung möglichst sofort zu erkennen sein sollen.

 

Herzogtum Scharfenburg

Eine blaue Lilie im weißen (silbernen) Feld ist – ähnlich wie die goldene Lilie im grünen Feld für Wengland das grundsätzliche Symbol ist – das Sinnbild für Scharfenburg. Sieben der achtzehn in der auf dieser Seite präsentierten Landkarte der Verborgenen Lande verzeichneten Grafschaften Scharfenburgs führen sie an prominenter Stelle im Wappen.

Drei – Falkenstein, Lilienthal und Spitzeck – haben eine blaue Lilie in Gold, Altenberg in Gold eine rote Lilie, Lilienthal zusätzlich in Rot eine goldene Lilie. Sieben weitere – Arvenberg, Dunkelfels, Fichtelberg, Oberalvedra, Steingau, Waldgau und Wolkenstein – verzichten ganz auf eine Lilie im Wappen. Nur vier der Grafschaften – Altenberg, Falkenstein, Spitzeck und Wolkenstein – verzichten auf die Farbe Weiß (Silber) im Wappen.

Die Herkunft der goldenen Lilie im roten Feld ist nicht geklärt, sie ist aber definitiv unabhängig vom gleichen Wappenbild im wenglischen Wappen. Das scharfenburgische Wappen ist älter als das aus grünem und rotem Feld mit goldenen Lilien kombinierte Wappen Wenglands.

Da Scharfenburg von seiner Gründung im Jahr 877 bis zur Unabhängigkeit 1806 (endgültig anerkannt 1815) unter der Oberherrschaft des Kaisers steht, verändert sich nichts an dessen Wappen, das auch nach der endgültigen Unabhängigkeit beibehalten wird.

 

Wappen des Herzogtums Scharfenburg

 

Wappen der Grafschaften Scharfenburgs

 

Altenberg

Arvenberg

Dunkelfels

Falkenstein

Fichtelberg

Greifenberg

Kreuzburg (geistlich)

Lilienthal

Löwenstein (ab 1250)

Oberalvedra

Rebmark

Rossensee

Skarpenborn

Spitzeck

Steingau

Stolzenfels

Tannwald

Thannburg

Waldgau

Wolkenstein

 

AAA

 

Königreich Wengland

 

Eine gewisse Besonderheit des Königreichs Wengland ist eine gegenüber der üblichen Norm abweichende Farbregel bei der Gestaltung von Wappen.

Schließlich gibt es Farben, die auch im direkten Aufeinandertreffen gut voneinander unterscheidbar sind – Grün und Rot sowie Blau und Orange. Nach den heraldischen Grundregeln dürften sie nicht aneinander grenzen, in Wengland und seinen Nachbarstaaten tun sie es. Das liegt zum einen daran, dass die Verborgenen Lande ihre Wappen frühzeitig annehmen, also zu einer Zeit, in der sich diese Regel noch nicht bekannt ist oder sich noch nicht durchgesetzt hat, zum anderen daran, dass Grün und Rot sowie Blau und Orange als Komplementärfarben auch auf große Entfernungen unterscheidbar sind (es sei denn, dass jemand farbenblind wäre, aber ich halte es für fraglich, dass eine solche Sehschwäche in jenen fernen Tagen bereits anerkannt war. Jemanden, der Grün von Rot nicht unterscheiden kann, würde ich jedenfalls nicht als Herold berufen … und da weiß ich mich mit meinen Wengländern durchaus einer Meinung …)

Deshalb ist das unten gezeigte wenglische Wappen, das zu Martins Zeiten von Grün und Rot gespalten und mit jeweils einer schwebenden goldenen Lilie in den Teilungen belegt ist, nach dieser etwas exklusiven Regel ein annehmbares Wappen.

 

Reichswappen

 Königreich Wengland  887

Königreich Wengland um 1180 – 1353

Fürstentum Wengland 1625 – 1815

Neues Königreich seit 1815

 

Wappen der Grafschaften des Königreichs Wengland

 

Aventur (ab 1265)

Bauzenstein

Eichgau

Eschenfels

Hirschfeld (ab 1196 in dieser Form)

Karlsfeld

Limmenfels

Oberwengland

Sachstal

Siebenberg

Steinburg (1180 bis zum Ende des 1. Königreiches identisch mit dem Landeswappen)

Südwengland

Wachtelberg (geistlich bis 1803)

 

Wappen von Baronien des Königreichs Wengland

Ermeldorf (Gft. Steinburg)

Turmesch (Gft.Hirschfeld)

 

AAA

 

 

Königreich Wilzarien

 

Das Volk der Wilzaren mag auf Umwegen und etwas später in die Verborgenen Lande gekommen sein als ihre Nachbarn; sie mögen bis ins späte Mittelalter den während der Völkerwanderung aus dem Norden mitgebrachten Göttern huldigen und vom Christentum rein gar nichts halten. Aber die Heraldik entspricht im Prinzip der allgemeinen Heraldik in Europa. Das liegt zu einem nicht unerheblichen Teil daran, dass die Form des mittelalterlichen Reiterschildes durchaus Sinn macht und für die Zeit der Entstehung der Heraldik die beste Form ist, um den Körper vor Hieb- und Stichwaffen zu schützen. Da dieser Schild auch in Wilzarien Träger des Wappenbildes ist, ist die Form der Wappen also praktisch identisch mit denen der christlichen Nachbarn. Im Kontakt mit den anderen Ländern der Verborgenen Region entwickeln sich Angriffs- und Defensivwaffen dann parallel weiter, so dass in Wilzarien dieselben Arten dieser Waffen und Rüstungen verwendet werden.

Wilzarien bezeichnet sich selbst als das Land des Drachens. Ein schwarzer Drache im goldenen Feld ist das königliche Wappen, goldene Drachen in schwarz zieren die Wappen der Fürstentümer Aventur (bis 1265) und Bonat. Das Banner der königlichen Truppen ist hat zwei Längsstreifen. Der obere ist schwarz, der untere gelb (bzw. gold). Das persönliche Banner des Königs entspricht dem Wappenbild und zeigt einen schwarzen, steigenden Drachen im gelben Feld.

Typisch für die wilzarischen Wappen ist neben den Hauptfarben schwarz und gold die Sichtbarkeit der Hierarchie direkt auf dem Schild des Wappens. Nur der Wappenschild des Königs ist ohne einen inneren Rand. Die Wappen unterhalb dieser höchsten Ebene haben innere Ränder, an denen die Rangstufe erkennbar ist. Dabei gilt, dass die Fürstentümer – die erste Ebene nach dem König – einen einzelnen Rand haben, die Ebene, die mit den Baronien in Wengland oder Scharfenburg vergleichbar ist, hat einen Doppelstreifen, die Gemeinden einen dreifach gestreiften inneren Rand. Entsprechend den heraldischen Regeln ist dieser Innenrand bei einer Tinktur als Feldfarbe (blau, grün, orange, rot, schwarz oder violett) metallisch gehalten (gold [gelb] oder silber [weiß]), bei einem Metall als Feldfarbe ist er tingiert. In der Regel entspricht die Farbe des inneren Randes der Farbe der gemeinen Figur, die im Wappenbild zu sehen ist.

Ausnahme ist das Fürstentum Bonat, das als einziges Fürstentum eine zusätzliche heraldische Teilung hat. In diesem Fall ist der Rand in gewechselten Tinkturen der Schildteilung angepasst und nicht einer der beiden gemeinen Figuren.

Nach der Zerschlagung des Königreichs Wilzarien 1353 und der gewaltsamen Christianisierung dulden die kaiserlichen Statthalter den Drachen nicht mehr als Wappensymbol in den zu Grafschaften zurückgestuften Fürstentümern. Bonat bekommt statt des Drachens eine goldene Lilie im schwarzen Feld. Bei der Wiederherstellung der territorialen Einheit Wilzariens als Fürstentum unter kaiserlicher Oberhoheit wird der schwarze Drache im goldenen Feld durch eine goldene Lilie im schwarzen Feld ersetzt. Erst nachdem Wilzarien nach dem Wiener Kongress von 1815 wieder ein unabhängiges Königreich ist, kehrt der Drache in die Wappen zurück, das königliche Wappen wird wieder der schwarze Drache im goldenen Feld.

Unter König Otto, der mit König Stephan von Wengland verschwägert ist, wird der Drache kurz vor dem 1. Weltkrieg durch eine schwarze Lilie ersetzt. Unter seiner Herrschaft wird in Wilzarien ein weltlicher Zweig des Johanniter-Ritterordens gegründet, dessen Wappen ein goldenes Tatzenkreuz im schwarzen Feld ist. Der neue weltliche Orden ist – wie sein geistliches Vorbild – ein militärischer Orden, der als Sanitätsdienst des wilzarischen Heeres aufgebaut wird. Ritter dieses Ordens sind die Ärzte. Nach dem 2. Weltkrieg nimmt die wilzarische Armee im Sanitätsdienst auch Frauen auf, die in der Regel als Ärztinnen dienen, in dieser Funktion Offiziersstatus haben und deshalb tatsächlich Ritterinnen sind.

Reichswappen

Königreich Wilzarien bis 1353 und 1815 – 1914

Fürstentum Wilzarien (1353 – 1625)

Königreich Wilzarien seit 1914

 

 

Wappen der Fürstentümer des Königreichs Wilzarien

Agandur

Aldaron

Aventur (bis 1265)

Bonat

Bretzenthal

Kibalir

Osteringen

Sattingen

Tungur

Wilzaris

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