Gundolfs Bibliothek

Die Verborgenen Lande – Wenglischer Gulden

 

ohne Altersbeschränkung

Wenglischer Gulden

Der Wenglische Gulden ist seit der Gründung des Königreichs im Jahr 887 grundsätzlich das gültige Zahlungsmittel. Zu unterscheiden sind jedoch die alten Gulden des 1. Königreiches von 887 bis 1353, die Steinburger Gulden, die nur in der Grafschaft Steinburg galten und von 1500 bis 1625 geprägt wurden, die fürstlichen Gulden von 1625 bis 1813, die königlichen Gulden seit Beginn des 2. Königreiches 1813 sowie die zunächst Reformgulden und später Dezimalgulden genannten Silbergulden nach der Währungsreform unter König Alexander, als mit einer Währungsreform vom Duodezimalsystem auf das Dezimalsystem umgestellt wurde. Seit 1970 gibt es Silber- oder Goldmünzen nur noch als Gedenkmünzen, die Umlaufmünzen bestehen seither aus Nickel, Messing und Kupfer. Diese wurden in der Übergangszeit Neue Gulden genannt, während die alten Dezimalgulden seither Silbergulden genannt werden.

Das internationale Zeichen für den Wenglischen Gulden lautet WLG, die landesinterne Abkürzung für die zeitgenössisch gültige Währung ist in der Regel G. AG steht heute landesintern für den Gulden des Alten Reiches, SG für den Steinburger Gulden, FG für den Gulden des Fürstentums, KG für den königlichen Gulden des 2. Königreiches, DG für den Reform-, bzw. Dezimalgulden, G für den aktuell gültigen Gulden. Eine internationale Codierung älterer Guldenversionen entfällt, da der gegenwärtige Gulden der Erste wäre, der diesem System gemeldet werden müsste. Auf Preisschildern ist der Querstrich des G manchmal gedoppelt.

Gulden klingt zwar nach Gold, grundsätzlich ist der Wenglische Gulden jedoch eine Silbermünze (bzw. silberfarbenes Nickel). Wenn von Gulden im Allgemeinen die Rede ist, ist daher der Silbergulden gemeint. Goldmünzen dieser Währung wurden deshalb bis zur Einführung der Krone als Goldgulden bezeichnet.

 

Altes Königreich (1. Königreich) 887 – 1353

 

Währungsname: Wenglischer Gulden

Stückelung: 1 Gulden = 24 Kreuzer

Der (alt)wenglische Gulden bestand aus 1 Unze Feinsilber (999/1000 Silberanteil in der Legierung), also 31,1 g Feinsilber. Kleinere Teilungen davon waren der halbe Gulden mit ½ Unze oder 15,05 g Feinsilber = 12 Kreuzer und der viertel Gulden aus ¼ Unze Silber, mithin rd. 8 g Feinsilber = 6 Kreuzer. Darunter gibt es noch die Kreuzermünzen aus Kupfer, die es als 1-, 2- und 4-Kreuzermünzen gibt.

Außer den im Tagesgeschäft üblichen Silber- und Kupfermünzen wurden für große Geldmengen auch Goldmünzen verwendet. Dabei galt Gold als zwölfmal so viel wert wie Silber. 1 Wenglischer Goldgulden besteht aus 1 Unze 21-karätigem Gold, also 875/1000 Goldanteil in der Legierung. Obwohl es dann nicht ganz hinkam, entsprach der Goldgulden 12 Silbergulden. Geprägt wurden Stückelungen zu 1, 6 und 12 Gulden. Diese Münzen dienten im Wesentlichen zur Aufbewahrung und zum Transport größerer Geldmengen.

Anders als in den Ländern der Außenwelt wurde im Königreich Wengland frühzeitig das Landeswappen für die Aversseite (Vorderseite) der Umlaufmünzen verwendet, die Reversseite (Rückseite) zeigte das Nominal, den Wert der Münze.

 

Übersicht:

Nennwert Avers Revers Material Gewicht
1 Kreuzer Lilienkreuz 1 Kupfer 1/12 Unze / 2,6 g
2 Kreuzer Lilienkreuz 2 Kupfer 1/6 Unze / 5,2 g
4 Kreuzer Lilienkreuz 4 Kupfer 1/3 Unze / 10,4 g
¼ Gulden Lilie ¼ Gulden Silber ¼ Unze / 7,77 g
½ Gulden 2 Lilien ½ Gulden Silber ½ Unze / 15,05 g
1 Gulden Wappenschild 2 Lilien 1 Gulden Silber 1 Unze /31,1 g.
12 Lilie 1 Gulden Gold 21 k 1 Unze /31,1 g
72 2 Lilien 6 Gulden Gold 21 k 6 Unzen /186,6 g
144 Wappenschild 2 Lilien 12 Gulden Gold 21 k 12 Unzen / 373,2 g

 

 

Grafschaft Steinburg (1500 – 1625)

 

Währungsname: Steinburger Gulden

Stückelung: 1 Gulden = 60 Kreuzer

1353 wurde das Königreich Wengland nach dessen pestbedingt weitgehender Entvölkerung auf Veranlassung von Kaiser Karl IV. unter Bruch des geltenden Vertrages in seine Grafschaften aufgelöst und in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation integriert. Die einzelnen Grafschaften erhielten die Reichsunmittelbarkeit sowie das kaiserliche Münzregal für ihr Territorium. Im Süden des Reiches, wo die altwenglischen Grafschaften lagen, war der Gulden gängiges Zahlungsmittel. Daran orientierten sich auch die nun reichsunmittelbaren Grafen, zumal der Währungsname vertraut war. Die Verwendung der Lilie in jeglicher Form war den Grafen ausdrücklich untersagt, die Weiterverwendung des altwenglischen Guldens bei Strafe verboten. Als Aversbilder kamen Kruckenkreuz, Eiche, Falke und Stern zum Einsatz.

Der Reichsgulden ist mit einem Gewicht von 22 g Feinsilber jedoch leichter als der Wenglische Gulden des Alten Königreiches und in 60 Kreuzer gestückelt. Der Steinburger Gulden ist – wie die der anderen Grafschaften Wenglands – praktisch identisch mit dem Reichsgulden. Abweichend von der im Reich üblichen Prägung von 60 für 60 Kreuzer auf dem Silbergulden des Reiches ist dieser in Steinburg mit 1 Gulden bezeichnet. Die Währungsbezeichnung auf der Münze galt als revolutionär.

Goldmünzen wurden in dieser Zeit nicht geprägt.

 

Übersicht:

Nennwert Avers Revers Material Gewicht
1 Kreuzer Kruckenkreuz 1 Kupfer 1/12 Unze / 2,6 g
2 Kreuzer Kruckenkreuz 2 Kupfer 1/6 Unze / 5,2 g
6 Kreuzer Kruckenkreuz 6 Kupfer 1/3 Unze / 10,4 g
12 Kreuzer Falke 12 Silber 1 Quentchen / 4,4 g
24 Kreuzer Eiche 24 Silber 2 Quentchen / 8,8 g
1 Gulden Sechszackiger Stern 1 Gulden Silber 1 ½ Lot / 22 g

 

 

Fürstentum Wengland (1625 – 1813)

 

Währungsname: Wenglischer Gulden (Fürstlicher Gulden)

Stückelung: 1 Gulden = 24 Kreuzer = 60 Heller

Gleich nach der Wiedervereinigung der dreizehn ehemals wenglischen Grafschaften zum Fürstentum Wengland entdeckte Fürst Wolf die seit dem Tod von Graf Ralf von Steinburg (1490 – 1545) in Vergessenheit geratene Schatzkammer, in der sich ungeheure Mengen an Gold- und Silbermünzen altwenglischer Prägung befanden. Wolf erklärte sie erneut zum gesetzlichen Zahlungsmittel.

Als problematisch erwies sich dabei, dass die Besitzer der hauptsächlich im Umlauf befindlichen Silber- und Kupfermünzen durch die höhere Stückelung und die Anlehnung an den Silberstandard des Reichsguldens über hundert Jahre lang regelrecht betrogen worden waren. Gerade die ganz Armen hatten mit Münzen bezahlt, die das zweieinhalbfache dessen wert waren, für das sie angenommen worden waren. Andererseits wollten insbesondere die einfachen Menschen, dass die gewohnten Münzwerte und damit die Stückelung des Guldens in 60 Teile beibehalten wurden. Fürst Wolf ging auf entsprechende Vorschläge aus der Steinburger Bevölkerung ein.

Um die noch vorhandenen Kreuzermünzen des alten Königreiches ohne Umprägung mit der vollen Wertigkeit weiter nutzen zu können, erfuhr der Kreuzer eine Aufwertung. Die kleinste Münze wurde der Heller, dessen geringster Einzelwert durch eine Kupfermünze von einem Skrupel Gewicht (etwa 1,25 g) repräsentiert wurde. Die Hellermünzen erhielten als Aversbild den Reichsadler. Fürst Wolf war als Reichsfürst verpflichtet, wenigstens eine seiner Münzen mit dem Reichsadler zu schmücken. Dass er die kleinste Münze dafür wählte, war – nach den Worten seines Sohnes Simon – Ausdruck dessen, dass er trotz anderslautender öffentlicher Aussagen vom Reich nicht wirklich viel hielt.

Um die zu leichten Silbermünzen aus dem Verkehr zu ziehen und um wieder ein einheitliches Währungsbild zu haben, veranlasste Fürst Wolf, dass alle Münzen, die in den gräflichen Prägestätten produziert worden waren, bis zum Jahresende 1625 in den jeweiligen Prägestätten gegen das gleiche Gewicht in Silber bzw. Kupfer in neuen fürstlichen Münzen umgetauscht wurden. Nach Ablauf dieser Frist verloren sie ihre Gültigkeit im normalen Umlauf, doch konnten sie in den Prägestätten weiterhin gegen fürstliche Münzen umgetauscht werden. Münzen der Spaltungszeit sind deshalb nur in geringem Umfang erhalten geblieben. Es tauchen jedoch immer noch welche auf, wenn Häuser restauriert oder saniert werden, die während der Einzelstaatlichkeit der wenglischen Grafschaften bereits existierten.

Die Grafen behielten das Münzregal, jedoch nicht als Pacht, sondern als verliehenes hoheitliches Recht unter Oberaufsicht des Fürsten. Dadurch entfiel eine Pacht, die sonst zu einer Verschlechterung des Geldes verleitete.

 

Übersicht:

Nennwert Avers Revers Material Gewicht
1 Heller Reichsadler 1 Kupfer 1 Skrupel / 1,25 g
1 Kreuzer Lilienkreuz 1 Kupfer 1/12 Unze / 2,6 g
2 Kreuzer Lilienkreuz 2 Kupfer 1/6 Unze / 5,2 g
4 Kreuzer Lilienkreuz 4 Kupfer 1/3 Unze / 10,4 g
¼ Gulden Lilie ¼ Gulden Silber ¼ Unze / 7,77 g
½ Gulden 2 Lilien ½ Gulden Silber ½ Unze / 15,05 g
1 Gulden Wappenschild 2 Lilien 1 Gulden Silber 1 Unze /31,1 g.
12 Gulden Lilie 1 Gulden Gold 21 k 1 Unze /31,1 g
72 Gulden 2 Lilien 6 Gulden Gold 21 k 6 Unzen /186,6 g
144 Gulden Wappenschild 2 Lilien 12 Gulden Gold 21 k 12 Unzen / 373,2 g

 

 

Neues Königreich (2. Königreich) 1813 – 1890

 

Währungsname: Wenglischer Gulden (Königsgulden)

Stückelung: 1 Gulden = 24 Kreuzer = 60 Heller

Fürst Ferdinand von Wengland wurde 1813 durch Preußen und Österreich als König von Wengland anerkannt. Die Münzen erhielten außer dem bereits üblichen Prägejahr nun die Umschrift Königreich Wengland. Die Großgoldmünzen wurden abgeschafft, da größere Geldmengen bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts zunehmend in Banknoten, also Papiergeld, oder auch mit Schecks und Wechseln beglichen wurden. Als einzige Goldmünze blieb das 1-Gulden-Stück erhalten, das statt der einzelnen Lilie nun den gevierten Wappenschild mit einer leicht überdimensionierten Königskrone darüber auf der Aversseite zeigte. Offiziell wurde diese Münze nun nicht mehr Goldgulden, sondern Kronengulden genannt, im Volksmund wurde schnell verkürzt Krone daraus.

Der Reichsadler auf der Hellermünze – ohnehin ein geistiger Fußtritt gegen das Heilige Römische Reich Deutscher Nation – verschwand als Zeichen der endgültigen staatlichen Souveränität und wurde durch eine Wappenrose ersetzt.

Auf der Nominalseite wurde nun durchgängig außer dem Wert auch die Münzbezeichnung verwendet.

Die fürstlichen Münzen blieben – abgesehen von 6- und 12-Gulden-Stücken – weiterhin gültig. Die Großgoldmünzen wurden von den Geschäftsbanken an die neugegründete Königliche Zentralbank in Steinburg gegen Gutschrift des Wertes übergeben, die einzelne Stücke als Museumsstücke an die Provinzialmuseen ausgab und den Rest dem Staatsschatz zuführte.

 

Übersicht:

Nennwert Avers Revers Material Gewicht
1 Heller Rose 1 Kupfer 1 Skrupel / 1,25 g
1 Kreuzer Lilienkreuz 1 Kupfer 1/12 Unze / 2,6 g
2 Kreuzer Lilienkreuz 2 Kupfer 1/6 Unze / 5,2 g
4 Kreuzer Lilienkreuz 4 Kupfer 1/3 Unze / 10,4 g
¼ Gulden Lilie ¼ Gulden Silber ¼ Unze / 7,77 g
½ Gulden 2 Lilien ½ Gulden Silber ½ Unze / 15,05 g
1 Kronengulden Wappenschild 4 Lilien, gekrönt 1 Gulden Gold 1 Unze /31,1 g.

 

 

Neues Königreich (2. Königreich) 1890 – 1975

 

Währungsname: Wenglischer Dezimalgulden

 Stückelung: 1 Gulden = 10 Kreuzer = 100 Heller

1890 bestieg mit Alexander von Wengland einer der großen Reformer des Landes den Thron. Schon in den Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts hatte er die allgemeine Einführung des metrischen Systems angestoßen, was auch kurz darauf per Dekret von seinem Vater König Wilhelm eingeführt wurde.

Politisch reformierte er das Königreich, das er zu einer konstitutionellen Monarchie machte, die sich die Macht mit dem vom Volk gewählten Parlament und der vom Parlament eingesetzten Regierung unter einem Premierminister teilte.

Monetär machte die wenglische Währung unter seiner Regie die stärkste Umwälzung durch. Bisher hatte das Duodezimalsystem gegolten, unter Alexander wurde auf das Dezimalsystem umgestellt. Die Stückelung wurde nun auf 100 Heller je Gulden verändert. Der Kreuzer erfuhr eine nochmalige Aufwertung. Nun waren 10 Kreuzer 1 Gulden, 10 Heller 1 Kreuzer. Auch der Silbergehalt des Guldens änderte sich. Statt 31,1 g oder 1 Unze wog der Gulden nunmehr 50 g. Der Gulden selbst und sein größtes Teilstück, das 5-Kreuzer-Stück, bestanden weiterhin aus Silber, die 1- und 2 Kreuzer-Stücke aus silberplattiertem Messing, die 1-, 2- und 5-Heller-Stücke ebenfalls weiter aus Kupfer.

Als Aversbilder dienten für 1-Guldenmünzen und 5-Kreuzer-Stücke nun das Staatswappen mit dem gevierten und gekrönten Schild, die kleineren Kreuzermünzen bekamen eine einzelne gekrönte Lilie, die Hellermünzen eine Lilie ohne Krone. Die Nominalseite zeigte weiterhin außer dem Wert noch die Münzbezeichnung.

Der Kronengulden blieb als einzige Umlaufgoldmünze erhalten. Zu dieser Zeit hatte sich ein Verhältnis von 1:10 von Silber zu Gold durchgesetzt. Der Kronengulden bestand aus 50 g 999/1000 Feingold und hatte folglich einen Wert von 10 Gulden. Beim Kronengulden verschwand jedoch die Bezeichnung Gulden. Die Goldmünze wurde nun auch offiziell Krone genannt. Konsequenterweise war das Aversbild ausschließlich die Königskrone, während die Reversseite den Wert und die Münzbezeichnung Krone trug.

 

Übersicht:

Nennwert Avers Revers Material Gewicht
1 Heller Lilie 1 Heller Kupfer 1 g
2 Heller Lilie 2 Heller Kupfer 2 g
5 Heller Lilie 5 Heller Kupfer 5 g
1 Kreuzer Gekrönte Lilie 1 Kreuzer Messing, silberplattiert 5 g
2 Kreuzer Gekrönte Lilie 2 Kreuzer Messing, silberplattiert 10 g
5 Kreuzer Gekröntes Staatswappen 5 Kreuzer Silber 25 g
1 Gulden Gekröntes Staatswappen 1 Gulden Silber 50 g
1 Krone Königskrone 1 Krone Gold 50 g

 

 

Neues Königreich (2.Königreich) seit 1975

 

Währungsname: Wenglischer Gulden (Neuer Gulden)

 Stückelung: 1 Gulden = 100 Kreuzer

Die Umwälzungen der Geldpolitik sind auch an den Staaten der Verborgenen Region nicht spurlos vorübergegangen. Auch wenn Münzen und Scheine dieser Staaten außerhalb dieser in selbstgewählter Isolation befindlichen Region praktisch nie auftauchen, so spielen äußere Einflüsse wie etwa der Wert von Edelmetallen eine nicht zu unterschätzende Rolle.

In den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts zogen Gold-und Silberpreis stark an. Der Metallwert überstieg den Nominalwert der Münzen deutlich. Aufgrund der Edelmetallspekulationen in diesen Jahren lag der Wert der Feinunze Silber bei 6 US-$, der der Feinunze Gold sogar bei 100 US-$. Der Wenglische Gulden war zu dieser Zeit etwa dem US-$ gleich. Da ein Silbergulden 1,6 Feinunzen Silber enthielt, ist unschwer erkennbar, dass der Gulden vom reinen Materialwert wenigstens 9 Gulden wert war. Beim Gold war es noch extremer. Statt 10 Gulden war die Krone 160 Gulden wert.

Nachdem 1975 ein massiver Münzschwund bei Kronen, Gulden- und 5-Kreuzermünzen festgestellt wurde, entschloss sich die Königliche Zentralbank in Abstimmung mit dem Finanzminister und König Georg II. von Wengland zu einem radikalen Schritt: Die Umlaufmünzen wurden vollständig vom Edelmetall befreit, um Betrügereien mit dem verschwundenen Münzmetall zuvorzukommen.

Fortan wurden Legierungen wie Nickel, Kupfernickel und Messing für die hauptsächlich im Umlauf befindlichen Münzen verwendet, lediglich die beiden kleinsten Münzen bestanden weiter aus Kupfer. Gleichzeitig erfolgte eine Umstellung der Stückelung auf 100 Kreuzer je Gulden.

Die Diskrepanz des Wertes zwischen dem Edelmetall und dem Nominal der Münzen stellte die Verantwortlichen vor die Frage, in welche Richtung die Währungsumstellung gehen sollte: zur alleinigen Kontenumstellung oder zu einer Konten- und Preisumstellung. Eine Kontenumstellung auf den neunfachen Wert hätte zu einer Inflation geführt, denn durch den gegenüber Fremdwährungen erheblich höheren tatsächlichen Wert des Guldens konnten die Händler günstig einkaufen. Freiwillig hätten sie die Ersparnis nicht weitergegeben. Letztlich entschied man sich für eine kombinierte Konten- und Preisumstellung.

Allen Beteiligten war klar, dass dies dennoch die Gefahr einer – möglicherweise versteckten – Teuerungswelle barg, wenn die Preisumstellung von Silbergulden auf Neue Gulden nicht stark überwacht würde.

Das Finanzministerium setzte zunächst die Neuproduktion von Münzen und den Ankauf von Münzmetall aus, der Zoll wurde beauftragt, sämtliche Preise zu einem bestimmten Stichtag festzustellen. Diese Stichtagspreise wurden zur Grundlage der Preiskontrolle und der Nullpunkt des Preisindexes im Königreich Wengland. Um zu verhindern, dass mit der Währungsreform die Preise heimlich erhöht wurden, wurde die Wirtschaft ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jede Preiserhöhung als Wucher bestraft würde. Ebenfalls wurde darauf hingewiesen, dass die Gehälter der Arbeiter und Angestellten ohne Ausnahme in voller Höhe anzupassen seien. Jede Zuwiderhandlung würde als Lohndumping konsequent verfolgt werden.

Die Folge der Währungsumstellung, die Guthaben wie Schulden, Preise wie Löhne über Nacht auf ein Neuntel reduzierte, blieb wegen dieser sehr konkreten Ankündigungen ohne negative Folgen für die gesamte Wirtschaft. Der Wenglische Gulden – in der Übergangszeit Neuer Gulden genannt – ist bis in die Gegenwart in dieser Form gültig. Lediglich die Sicherheitsmerkmale der Geldscheine sind den Entwicklungen angepasst worden.

Der kleinste Nennwert der Münzen ist das 1-Kreuzer-Stück aus Kupfer, ihm folgt das 2-Kreuzer-Stück, ebenfalls aus Kupfer. Mit dem 5- und 10-Kreuzer-Stück folgen die Messingmünzen, das 50-Kreuzer-Stück besteht ebenso wie das 1-Gulden-Stück aus silberfarbenem Kupfernickel. Neu hinzugekommen sind 2- und 5-Gulden-Münzen. Das 2-Gulden-Stück besteht aus einem Rand von silberfarbenem Kupfernickel und einem Zentrum aus Messing, das 5-Gulden-Stück hat einen goldfarbenen Messingrand und ein silberfarbenes Kupfernickel-Zentrum.

Da sich der Wechselkurs des Wenglischen Guldens seither nur in ganz geringem Umfang geändert hat, entspricht seine Wertigkeit heute ziemlich genau dem Euro der Wengland umgebenden Außenwelt. Das 2-Gulden-Stück, das zufälligerweise dem 2-Euro-Stück vom Aufbau her gleicht, gleicht ihm auch im Wert.

Die Bilder der Aversseite zeigen bei den Kupfermünzen den kleinen Wappenschild mit einer Lilie, die Messingmünzen präsentieren den kleinen Wappenschild mit zwei Lilien, das 50-Kreuzer-Stück ist mit einem senkrecht gerieften Tatzenkreuz in einem gepunkteten Wappenschild versehen (heraldisch Interessierte werden es als rotes Tatzenkreuz in goldenem Feld erkennen), die 1-Gulden-Münze zeigt einen nach links reitenden Ritter in Kettenrüstung mit einer einzelnen Lilie im Schild und am Wimpel der aufrecht gehaltenen Lanze. Das 2-Gulden-Stück präsentiert jeweils den Schild der Grafschaft, in dem es geprägt wurde. Die Umschrift auf der Aversseite ist auch um den Grafschaftsnamen ergänzt, der unter dem Wappen geprägt ist, z. B. S Königreich Wengland S (konvex oberhalb des Wappens gewölbt) Steinburg (konkav unter dem Wappen gewölbt) Nach wie vor gibt es dreizehn Münzprägeanstalten in Wengland, die sonst nur durch Buchstaben auf den Münzen erkennbar sind. Das 5-Gulden-Stück schließlich trägt auf der Aversseite das komplette Staatswappen mit Krone und Schildhaltern.

 

Übersicht

Nennwert Avers Revers Material Gewicht
1 Kreuzer Wappenschild, 1 Lilie 1 Kreuzer Kupfer 1 g
2 Kreuzer Wappenschild, 1 Lilie 2 Kreuzer Kupfer 2 g
5 Kreuzer Wappenschild, 2 Lilien 5 Kreuzer Messing 5 g
10 Kreuzer Wappenschild, 2 Lilien 10 Kreuzer Messing 10 g
50 Kreuzer Wappenschild Ibelin 50 Kreuzer Kupfernickel 20 g
1 Gulden Ritter 1 Gulden Kupfernickel  
2 Gulden Grafschaftswappen 2 Gulden Kupfernickelring mit Messingfüllung 10 g
5 Gulden Volles Staatswappen 5 Gulden Messingring mit Kupfernickelfüllung 25 g

 

Zeichen der Prägeanstalten

A Grafschaft Aventur
B Grafschaft Bauzenstein
C Grafschaft Eichgau
D Grafschaft Eschenfels
G Grafschaft Hirschfeld
H Grafschaft Karlsfeld
I Grafschaft Limmenfels
J Grafschaft Oberwengland
K Grafschaft Sachstal
L Grafschaft Siebenberg
M Grafschaft Steinburg
N Grafschaft Südwengland
O Grafschaft Wachtelberg

 

 

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