Robert Bennett

Robert Bennett, geboren am 29. März 1839, Offizier der US Army während des Amerikanischen Bürgerkrieges und der nachfolgenden Zeit, war – mit einem ursprünglich etwas anderem Namen und einer etwas anderen Personenbeschreibung – meine erste zentrale Figur, um die sich die Geschichten rankten, die aus meinem Kopf durch Füller oder Kugelschreiber mit aller Gewalt aufs Papier wollten.

Die Geschichten um Robert Bennett sind teilweise schon als Buch erschienen. Zu diesen Romanen findet ihr hier Leseproben, die etwa 10 – 20% des Gesamtinhalts ausmachen. Am Ende der Leseprobe findet ihr den Link zum Tredition-Verlag, in dem die Bücher erschienen sind. Die Bücher sind zwar auch bei Amazon und im sonstigen Buchhandel auf Bestellung erhältlich, der Verlag bietet mir aber etwas mehr Tantieme, wenn dort direkt gekauft wird. Euch kostet es – abgesehen von Versandkosten, die aber auch woanders anfallen können – nicht mehr als anderswo. Deshalb wäre es mir lieb, dass ihr – wenn ihr eines meiner Bücher kauft, dieses direkt beim Verlag bestellt.

 

Hier findet ihr folgende Geschichten und Leseproben zu Romanen, deren zentraler Charakter Robert Bennett ist:

 

Sohn der Langmesser

Leseprobe  … denn ein Haus, das gespalten ist, kann nicht bestehen

Der Major und der Marshal

Leseprobe  Bodyguards

Border Creek

 

Grau: noch nicht veröffentlichte Geschichte

 

 

Stand:

 

 

 

Entstehungsgeschichte

 

 

 

Robert Bennett ist der älteste meiner selbst erfundenen Charaktere. Seit dem Jahr 1972, in dem ich meine ersten (aus heutiger Sicht grauslichen) Schreibversuche machte, ist er mein virtueller Hausgenosse. Bis 2004 lebte er unter einem anderen Familiennamen bei mir, den er aus urheberrechtlichen Gründen ablegen musste, als ich die Geschichte … denn ein Haus, das gespalten ist, kann nicht bestehen unter dem Titel Der zerrissene Adler über den On-Demand-Verlag Pro Business veröffentlichte. Seit 2022 ist die 2. Auflage unter dem ursprünglichen Titel bei Tredition, Ahrensburg, zu haben.

 

Mein Interesse für den Amerikanischen Bürgerkrieg blinzelte mich das erste Mal an, als ich 1965 im zarten Alter von fünf Jahren den Filmbildband zu Winnetou II geschenkt bekam, damit ich den meiner älteren Schwester gehörenden gleichartigen Band zu Winnetou I endlich in Ruhe ließ. Funktioniert hat es ganz und gar nicht, ich hatte im Gegenteil erst richtig Blut geleckt und begann, mich für die Geschichte zu interessieren. Und nicht nur für diese, sondern Historie. Informationen über den Sezessionskrieg waren in Deutschland denkbar dünn gesät. Das führte denn auch zu bösen Irrtümern, die mich für Jahre auf eine falsche Spur brachten, die erst 1972 ausgeräumt waren.

Als Kinder spielten wir gern Geschichtenball. Für den Fall, dass das heute keiner mehr kennt: Wer dran ist, wirft einen Ball gegen die Wand und darf dabei eine Geschichte erzählen – und zwar solange, bis der Ball herunterfällt. Dann ist jemand anderes dran. Eines Tages hatte meine Freundin Susanne eine wunderbare Geschichte gesponnen, die dem Rest von uns so gut gefiel, dass wir sie weitererzählen ließen, als der Ball Bodenkontakt bekam. Sie hatte so viel Stoff parat, dass sie bis zum Einbruch der Dunkelheit erzählen konnte und noch nicht fertig war, als wir zum Abendessen hereingerufen wurden. Susanne sagte, sie wolle die Geschichte aufschreiben.

Es war für mich die Initialzündung. Mir spukte auch eine Geschichte im Kopf herum, die ich aber nicht hatte erzählen können. Es ging um Indianer, Soldaten und den Amerikanischen Bürgerkrieg. Also beschloss ich ebenfalls, sie aufzuschreiben. Eines war für mich schon nach den ersten Informationen klar, die ich bekommen hatte: Ich war für den Norden und die Union. Der Süden wollte die Sklaverei erhalten, was mir schon mit acht Jahren zuwider war, und obendrein wollte man die Südstaaten aus dem Verbund der Vereinigten Staaten lösen. Meiner Meinung nach war das total daneben. Ich lebte in einem geteilten Land und fand es nicht witzig, dass auf Leute, die aus dem östlichen Teil Deutschlands in den westlichen wollten, allein wegen dieser Absicht geschossen wurde. Deshalb kam für mich nichts anderes infrage, als den Bürgerkrieg aus der Sicht eines Nordstaatlers zu beschreiben. Dass ich damit eine Ausnahme in der Literatur zum Sezessionskrieg schaffen würde, war mir dabei keineswegs bewusst. Aber ganz ehrlich: Spitzenqualität war dieser erste Versuch nicht gerade …

Was für eine inhaltliche Katastrophe das war, habe ich erst gemerkt, als meine Deutschlehrerin uns aufgab, selbst einen Western zu schreiben und meine Geschichte laut vorlas. Ich versank vor Scham fast im Boden. Mir wurde klar, dass ohne zutreffende Informationen und ohne gescheite Gründe für das Handeln der Personen keine vernünftige Geschichte daraus werden konnte. Ich begann, zu recherchieren. Meine Geschichtslehrerin half mir mit Daten aus dem Nachschlagewerk Ploetz aus, die ich im normalen Hauslexikon nicht gefunden hatte. Aber es war noch nicht das, was ich wirklich benötigte.

Auch der zweite Versuch auf etwa fünfzehn allzu engbeschriebenen Seiten – nun mit meiner ersten Schreibmaschine produziert, die ein Anschlaggewicht von 200 g pro Taste verlangt (das ist schon fast Bodybuilding für die Finger) – war ein echter Reinfall. Ich habe einige krause Dinge zu Papier gebracht, die besser nie an die Öffentlichkeit geraten, so ein Blödsinn ist das. Dieser Vollquark war angelehnt an einen Film, in dem Terence Hill die Hauptrolle spielte. Mein Held hatte denn auch in meiner Vorstellung das Äußere von Terence Hill – und dabei blieb es auch … bis 2004.

Erst das dtv-Taschenbuch Der Amerikanische Bürgerkrieg in Augenzeugenberichten, das ich 1974 zum Geburtstag geschenkt bekam, ermöglichte mir, meiner Geschichte einen korrekten historischen Hintergrund zu verpassen. Die Augenzeugenberichte konzentrierten sich auf den wesentlichen östlichen Schauplatz. Als westlicher Schauplatz wird allenfalls der Mississippi erwähnt. Ein Western vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges schied deshalb aus. Mein Held würde sich also im Osten prügeln müssen …

 

Zwischen 1975 und 1993 habe ich hunderte von Einzelgeschichten um meinen Helden Robert produziert, tausende von Seiten (meist Notizblockseiten der Größe DIN A 5) beschrieben, immer neue Szenarien ausprobiert, bis ich dann endlich anfing, das alles unter dem Arbeitstitel Antietam zusammenzuschreiben, verbliebene Lücken zu füllen, um den Sezessionskrieg wirklich vom Beginn bis zum Schluss unterzubringen. Dabei durfte mein strahlender Held auch einige dunklere Seiten bekommen, ebenso rachsüchtig werden wie sein Vater. Das war in einer Weise ausgefallen, dass mir empfohlen wurde, das als Buch verlegen zu lassen. Nur … kein Verlag wollte das tun.

Der Arbeitstitel Antietam war ursprünglich auch der Buchtitel, doch habe ich das bei der Veröffentlichung verworfen, weil Antietam zwar die Schlacht ist, die für mich Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte ist und bleibt, aber für einen Roman, der den ganzen Krieg beinhaltet, passte es nicht. Der gegenwärtige Titel … denn ein Haus, das gespalten ist, kann nicht bestehen ist angelehnt an einen Ausspruch von Abraham Lincoln, den er im Senatswahlkampf 1858 tätigte und damit den Abspaltungsbestrebungen der Südstaaten eine Absage erteilte.  

Erst 2004 konnte ich – mit tatkräftiger Unterstützung meines Mannes – die Geschichte unter dem Titel Der zerrissene Adler bei Pro Business, einem On-Demand-Verlag, veröffentlichen. Keine Frage, der eigentliche Titel ist kompliziert; er macht mir ob der Länge speziell auf dieser meiner eigenen Webseite Probleme. Dennoch ziehe ich ihn dem der Buchveröffentlichung vor, den ich herausgequetscht habe, weil mir von einem derart langen Titel dringend abgeraten wurde und der wesentlich kürzere Arbeitstitel den Inhalt nicht wirklich widerspiegelt.

Ich musste dem Verlag garantieren, dass ich keine Rechte Dritter verletze. Und da gab es einen Haken – und zwar den Familiennamen meines Helden und seiner Familie, der aus einem Film stammte und eine besondere Schreibweise hatte, die von der Norm abwich. Es wäre vielleicht jemandem aufgefallen, auch wenn die Charaktere, die diesen Namen trugen wirklich nur noch dieses mit den Filmcharakteren gemein hatten. An einem Urheberrechtsstreit war ich nicht interessiert, selbst wenn ich mir ziemlich sicher sein konnte, ihn für mich entscheiden zu können. Sowas macht nur Stress – und den hatte ich beruflich genug; das brauchte ich nicht noch privat. Also bekam Robert den Familiennamen Bennett, der mir schon aus einer anderen Geschichte im Kopf herumspukte – und der mir vielleicht noch Möglichkeiten eröffnen wird, die ich bisher gar nicht in Betracht gezogen habe … Und er bekam ein neues Äußeres, das nun Orlando Bloom angepasst ist.

Da On-Demand-Verlage keine Werbung machen und ich mir keine Werbung leisten konnte, obwohl ich einen gut bezahlten Job hatte, verkaufte sich das Buch nicht gerade rasend. Das war für mich letztlich auch der Grund, weshalb ich den Roman sowohl auf Fanfiktion.de als auch zunächst hier veröffentlichte. Seit ich bei Tredition verlegen kann, hat sich das etwas geändert, aber es könnte immer noch mehr sein.

 

Aus dem Material, das ich über diesen Roman hinaus produziert habe, sind auch die Grundlagen für die weiteren Geschichten um Robert Bennett entstanden. Teilweise sind es Fragmente, die weiter ausgearbeitet werden wollen …