Schlüsselerlebnis

 

Samstag, 12.09.2015

 

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen … Diese Gegend, in der ich mich gerade mal wieder befinde, bietet offenbar immer wieder neuen Erzählstoff, heute wie letztes und vorletztes Jahr auch.

Also, wir haben vor, einen Ausflug ins Allgäu zu unternehmen. In Missen befindet sich die Schäffler-Brauerei, deren Gerstenkaltschale – auch Bier genannt – seit einigen Jahren im Urlaub am Bodensee unsere Gläser beim Abendessen füllt. Die Brauerei betreibt – ähnlich wie die Falter-Brauerei in Regen/Bayerischer Wald – einen Brauerei-Gasthof, der sowohl gute als auch preislich passable Küche bietet. Von hier in Hengnau im Lande Nau bis nach Missen-Wilhams zur Brauerei sind es knapp fünfzig Kilometer.

Gegen elf machten wir uns also auf die Socken – Carlchens Reifen (Carl oder Carlchen ist unser Auto, benannt nach Carl Benz, einem der beiden Begründer der Daimler Benz AG) –, um nach Missen zu fahren. Wir hatten kaum unsere kleine Anliegerstraße verlassen, als uns auch schon die Hobby-Irren auf zwei Rädern umschwirrten. An diesem Samstag war der jährliche Radmarathon um den Bodensee, der im Landkreis Lindau durch die obstbaumbewachsenen Hinterlandhügel des Bodensees führt. Diese Radsportveranstaltung, an der jedes Jahr einige tausend Radfahrer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnehmen, gilt nicht als Radrennen und wird deshalb – anders als zum Beispiel die Tour de France – unter laufendem Straßenbetrieb veranstaltet, also ohne Straßensperrungen. Das fordert von den Radfahrern viel Aufmerksamkeit für den übrigen Straßenverkehr, vom sonstigen Verkehr natürlich auch bezüglich der Radfahrer.

Es ist eine Kunst, als Autofahrer ein Radlerpulk – und derer gibt es beim Bodenseeradmarathon viele, von Einzelfahrern mal ganz abgesehen – auf den teilweise schmalen Straßen in den hier allgegenwärtigen Obstgärten zu passieren, ohne einen Radler oder ein entgegenkommendes Fahrzeug auf die Hörner zu nehmen. (In Anlehnung an die Hauptstrecke durch das Alte Land an der Elbe nennen wir diese Straßen gerne Obstmarschenwege.) Die für die Radler ausgeschilderte Strecke folgte der von uns geplanten Strecke bis … ja, bis wohin eigentlich? Weißensberg? Ehrlich, ich habe keine Ahnung.

Wieso nicht?

Nun ja, weil wir ab dem Campingplatz Gitzenweiler Hof in Rehlings ganz andere Sorgen hatten …

 

Also … jenseits des Kreisverkehrs Oberreitnau (wir sind ja im Lande Nau …) folgten wir einer Gruppe Radler, die ob entweder schlecht einsehbaren Straßenverlaufs oder Gegenverkehrs nicht überholt werden konnten. Wir folgten ihnen bis in Höhe der Einfahrt des Campingplatzes Gitzenweiler Hof. Dort wird die Straße breiter, bietet die Möglichkeit zum Überholen. Nicht nur Wolfgang setzte dazu an, auch zwei oder drei andere Fahrzeuge, die vor uns den Radlern hinterherschlichen. Die Strecke davor ist nicht nur unübersichtlich, sie ist auch ansteigend – und das nicht zu knapp. Ich … würde mein Rad wahrscheinlich schieben, müsste ich diesen Berg hinauf …

Das Fahrzeug vor uns wich einem Gegenstand aus, den wir beide als schwarze Kunststoffdose identifizierten. Wolfgang wich ebenfalls aus – und dann rumpelte es im linken hinteren Radkasten, ganz so, als ob sich etwas um die Achse gewickelt hatte. Er fuhr den Seitenstreifen an, wir hielten, stiegen aus – und glaubten, unseren Augen nicht zu trauen. Ein Schlüssel samt Schlüsselbund hatte sich im 90°-Winkel in den hinteren linken Reifen gebohrt. Es zischte ob der massiv aus dem Reifen entweichenden Luft. Das klappernde Geräusch war von den übrigen Schlüsseln gekommen, die im Radkasten Karussell gefahren waren. Einer der am Bund hängenden kleineren Schlüssel war komplett verbogen, regelrecht zusammengeklappt.

Kein Zweifel: der Reifen war zum Teufel.

„Der is‘ hi‘!“, wie der Niederbayer sagt …

Mit schlapper werdendem Reifen fuhren wir ein paar hundert Meter weiter bis zu einer Zufahrt auf der linken Seite, um das Notrad auf die Achse zu montieren.

„Wo ist jetzt dieser Ansatz für den Wagenheber?“, knurrte mein geliebter Gemahl. „Such‘ doch mal in der Betriebsanleitung.“

Die Betriebsanleitung ist in einer Kunstledertasche in der Leichenkammer unter dem Kofferraum beim Notrad. Wolfgang kurbelte das Notrad heraus, nachdem wir den eher knappen Inhalt des Kofferraums – zwei Schirme – beiseitegeschoben hatten, ich nahm die Tasche mit der Betriebsanleitung und forschte im Inhaltsverzeichnis, als ich

„Ah, da is‘ er ja!“, hörte. Betriebsanleitung also wieder beiseite und den Wagenheber aus dem Notrad gefummelt …

„Siehst du?“, meldete sich der Kleine Mann im Ohr. „Ich hab‘ dir gesagt, du sollst was Dunkles anziehen. Aber, nein! Du musst ja die Ohren wieder auf Durchzug stellen! Immer dasselbe mit dir! Dir ist echt nicht zu helfen! Und mit dem schönen weißen Hemde willst du jetzt auf Reifenwechsel machen? Du hast sie doch nicht alle!“

„Halt‘ die Klappe!“, schalt ich in Gedanken. „Tausend kluge Ratschläge. Nur alle ohne Begründung. Wenn du schon hellsehen kannst, sag‘ mir wenigstens wieso, du Dösbaddel!“, grollte ich in Gedanken zurück.

Es ist schon ein Kreuz mit diesem kleinen Mann im Ohr. Er hat ja Recht – und zwar in 99,9% aller Fälle. Vielleicht sollte ich ihn Kassandros nennen – nach der Schwester des Hektor und des Paris von Troja, die völlig richtige Vorhersagen machte, die ihr in Troja jedoch keiner glaubte … Wie oft hat der Bengel mich schon gewahrschaut? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, wie oft ich mir schon vorgenommen habe, das nächste Mal bestimmt auf ihn zu hören – nur, um ihn dann doch wieder zu ignorieren, wenn mich die sanfte Stimme vor einer nicht näher bestimmten Gefahr warnt.

Da stand ich nun, zwar mit einer schwarzen Shorts, aber einem weißen Hemd, das ob meinem Umfang nicht in der Hose steckt, sondern mehr oder weniger locker drüber hängt und auch noch Überlänge hat … Allerbestes Angriffsziel für Straßendreck, der auf Autoreifen in besonderem Maße haftet – jedenfalls solange, bis eine ungeschützte Hand oder ein helles Kleidungsstück in seine Reichweite gerät. Dann löst er sich schneller als das Licht und haftet auf dem angegriffenen Teil wie Pech.

Wir lösten die Schrauben, tauschten zwischendurch noch den Schraubenschlüssel, weil der zuerst benutzte mit seiner Länge zwar gut geeignet war, um per Hebelarm eine Schraube zu lösen, aber dann auf dem Boden der Tatsachen landete, gerade, weil so lang … Der kürzere tat dann doch den besseren Dienst, nachdem auch mehrere Umdrehungen am Wagenheber nichts gefruchtet hatten. Beschädigtes Rad beiseite. Auch das hatte Tücken, weil das Ding irgendwie festhing. Es gelang uns erst nach drei oder vier Versuchen, das Rad abzunehmen. Notrad dran – das ging schneller. Schadhaftes Rad in den Kofferraum.

Fragt mich nicht, wie es mir gelungen ist, das Teil da reinzuhieven, ohne Gummiabrieb und Sonstiges ans Hemd zu kriegen, aber es ist mir gelungen. Juchhei! Nur die Pfoten sahen aus, als ob ich nicht nur meine Mutter ausgegraben hätte, sondern auch noch meine letztjährig anonym verbuddelte Stiefmutter. Ich mochte nix mehr anfassen.

Wolfgang, der den Reifen von der Achse gepult hatte, hatte sich ein paar Flecken auf der hellgrauen Shorts eingefangen (die wir aber mit Handwaschmittel und Küchenschwamm ohne Schwierigkeiten beseitigen konnten) und noch schmutzigere Finger als ich. Kunststück, wenn man im Sommersamstagspäckchen einen dreckigen Reifen abmontieren muss.

Eins war klar: Vulkanisieren kam bei einem solchen Schaden ganz sicher nicht mehr infrage. Da musste ein neuer Reifen her. Im Jahre des Herrn 1988 hatten wir uns auf unserer ersten Fahrt in die Schweiz etwas in den linken vorderen Reifen gefahren, hatten ebenfalls den Reifen gewechselt (nur bei vollbeladenem Urlaubsfahrzeug!) und hatten in Churwalden am Samstagmorgen um acht Uhr eine Werkstatt gefunden, deren Reparateur den Reifen mittels Vulkanisierung repariert hatte. Das fiel bei diesem Schaden schlichtweg aus wegen geht nicht. Dafür war der Schlüssel definitiv zu groß. Mit einem derart geflickten Reifen würde ich nicht gern mit knapp zweihundert Sachen über die Autobahn brettern …

„Der Reifen ist ’n gängiges Modell!“, frohlockte Wolfgang, als wir uns das klargemacht hatten. „Mercedes hat den garantiert auf Lager.“

Also, auf nach Weißensberg, wohin die hiesige Daimler-Benz-Vertretung vor zwei oder drei Jahren hingezogen ist. Von dort, wo wir den Reifen gewechselt hatten, bis nach Weißensberg-Rothkreuz sind es drei Kilometer. Das ist sogar mit einem Notreifen zu schaffen.

 

Um viertel nach elf war uns das Missgeschick passiert, um zwanzig vor zwölf waren wir in Weißensberg bei der dortigen Daimler-Benz-Niederlassung.

„Wir haben uns gerade einen Schlüssel in einen Reifen gefahren“, meldeten wir uns am Empfang an. Die freundliche Dame dort verwies uns nach Ausdruck des Erstaunens über einen so ungewöhnlichen Fall an den Teileverkäufer, der nach entsprechender Bestellung eines Conti R 205 55 16 V Reifens ins Lager eilte. Wolfgang und ich wuschen uns derweil erst einmal die Hände. Als wir an den Teileverkaufstresen zurückkamen, war auch der Teileverkäufer wieder da – der eine Leermeldung zurückbrachte. Dieser Reifen war unglückseligerweise gerade nicht am Lager. Und Reifen derselben Achse müssen auch das gleiche Profil haben.

„In Leutkirch ist er da, aber nicht hier“, sagte er. Wir sahen uns an. Leutkirch ist schlappe 40 km von Weißensberg-Rothkreuz entfernt – und dann muss man den Laden noch suchen … Es war inzwischen zehn vor zwölf. Keine Chance bis High Noon nach Leutkirch zu kommen, und um zwölf Uhr mittags ist am Samstag Schicht im Schacht.

„Sie wollet noch fahre, gell?“, fragte der Servicemitarbeiter.

Klar, wir wollten nach Missen und auch den Rest des Wochenendes nicht gerade festgenagelt sein. Mit einem Notreifen ist das eher problematisch. Schneller als 80 km/h darf man damit ohnehin nicht fahren. Und er ist definitiv nur dafür gedacht, bis zur nächsten Werkstatt zu kommen. Weitere Strecken scheiden schon deshalb aus. Der Reifen war bestellt, doch er würde erst am Montagnachmittag um 15 Uhr kommen und getauscht werden können.

Es blieb also nur die Möglichkeit, Carlchen mit Notrad in der Werkstatt zu lassen und mit einem Mietfahrzeug weiterzufahren. Der Mietvertrag über 50 € pro Tag wurde erstellt, Wolfis Führerschein geprüft, dann konnten wir unseren Weg ins Allgäu fortsetzen. In einem Anfall von Geistesblitz schnappte ich mir noch den Korb, den wir im Auto hatten, tat unser privates Navi und die örtlichen Landkarten hinein für den Fall dass unser Ersatzwagen kein Navigationsgerät hatte. Außerdem … bin ich nicht gern ohne Karte unterwegs.

 

Die Tatsache, dass ein auf der Straße liegender Schlüssel unseren Carl außer Gefecht gesetzt hatte, sorgte für Gesprächsstoff, sowohl bei uns beiden als auch in der Werkstatt. Es ist schier unmöglich, dass ein Schlüssel – auch wenn er in einem Schlüsselbund steckt – sich rechtwinklig in einen Reifen bohrt, aber es war passiert. Das Schlüsselbund bestand aus mehreren kleineren Schlüsseln, was auf einen Radfahrer als Verlierer desselben hinwies – Schlüssel für das Sicherheitsschloss eines Rennrades, für einen Schuppen, um es unterzustellen, für eine Zugangspforte, der schädigende Schlüssel augenscheinlich ein Sicherheitsschlüssel für eine Tür, möglicherweise ein Zweitschlüssel für eine Haustür …

Gut, denkbar ist auch, dass es ein Schlüsselbund eines Campingplatzgastes war – Schlüssel für den Wohnwagen, das Anhängerschloss, die Pforte und für interne Schließvorrichtungen des Wohnwagens, aber das erschien uns eher unwahrscheinlich. Ohne Schlüssel für den Wohnwagen und das Anhängerschloss bestand wohl keine Chance, das Teil wegzubringen. Und in Höhe Gitzenweiler Hof war keiner mit der Nase auf dem Boden herumgelaufen, um eventuell nach einem verlustigen Schlüsselbund zu fahnden …

Nein, es war wahrscheinlicher dass einer der Radler das Schlüsselbund aus einer wohl nicht ganz sicher geschlossenen Tasche verloren hatte. Er wird wohl immer noch danach graben und ganz sicher keinen Erfolg haben. (Auf ähnliche Weise sind schon ausgesprochen wichtige militärische Nachrichten verschütt gegangen und von den Falschen gefunden worden … oder den Richtigen, ganz nach Betrachtungsweise. Robert E. Lee und George McClellan, Generäle von Truppen im Amerikanischen Bürgerkrieg können Balladen davon singen. So geschehen am 13. September 1862 in der Nähe des Flüsschens Antietam in Pennsylvania. Die Schlacht am Antietam vom 15. bis zum 17. September 1862 war die Folge. Was für ein Datum haben wir? Den 12. September … Au, weia!)

 

Der Mietwagen, den wie bekamen, war ein Vorführwagen Mercedes B 200 – höher als Carlchen, mit einer Menge Schnickschnack, doch ohne Klimaautomatik (ja, wir sind schon verwöhnt, was das betrifft). Er brachte uns wohin wir wollten, keine Frage. Das Navigationsgerät des B 200 hatte eine wesentlich größere Anzeige als unser transportables Navi, aber keinen berührungsempfindlichen Bildschirm und war fürchterlich leise. Mithilfe der Karten, an die ich gerade noch gedacht hatte, bevor wir den Fahrzeugschlüssel abgaben, konnte ich die Strecke überprüfen. (Navis können schon mal Blödsinn erzählen. Fahre niemals ohne Karte! Gelegentlich sollte man den Computer gegen das eigene Gehirn tauschen können. Das ist zuweilen doch leistungsfähiger, wenn der Konservenknilch nicht gerade R2D2 heißt.) Es waren wirklich kleine Sträßchen, über die uns das Tablet-Navi schickte, aber wir sind dort angekommen, wohin wir wollten.

Als wir dann in Missen beim Essen saßen, kam uns der Gedanke, dass Mercedes ja eine Mobilitätsgarantie bietet. Für einen Reifenschaden als solchen kann Mercedes natürlich nichts. Wenn ein Allerweltsreifen wie der an unserem Carlchen allerdings nicht am Lager ist und erst bestellt werden muss, sollte doch wohl die Mobilitätsgarantie greifen. Wir beschlossen, die Rechnung mit einer höflichen Anfrage an die Daimler-Zentrale zu schicken, sofern wir sie bezahlt hatten.

Das Wochenende über fuhren wir also mit dem Werkstattersatzwagen, gaben unseren Vermietern Bescheid, dass es mit dem weißen Mercedes B und Ravensburger Kennzeichen seine Richtigkeit hatte, sorgten erneut für Gesprächsstoff über diesen Negativ-Sechser im Straßenlotto.

 

Am Sonntag kehrten wir mit meinem Ersatzschlüssel und dem Fotoapparat zu Carlchen zurück, um einerseits noch die Schirme aus dem Kofferraum zu holen, weil Regen drohte und andererseits diesen unglaublichen Schaden fotografisch zu dokumentieren. Das glaubt einem ja keiner, dass es technisch möglich ist, einen Schlüssel ohne eigenes Zutun dergestalt in den Reifen zu bekommen.

Der Schlüsselring hatte eine ausgesprochen ungewöhnliche Form, war mäanderförmig gebogen – siehe Foto. Einer der kleineren Schlüssel war beinahe zusammengefaltet. Wolfgang meint, das sei durch das Herumschleudern des Schlüsselbundes im Reifen plus Fahrzeugmasse verursacht. Ich bezweifle ehrlichgesagt, dass diese auch sehr regelmäßige Verbiegung allein durch die Fahrbewegungen unseres Carlchens verursacht wurde. Nicht zu fassen, was es so alles gibt …! Das erklärte in gewissem Umfang, wieso sich der Schlüssel so bösartig aufrichten konnte. Er wirkte wie ein Krähenfuß. Hätte sich ein Radler das Ding reingefahren, wäre es sicher sehr viel böser ausgegangen. War das gar ein Anschlag auf die nervigen Radler? Ließe sich vielleicht ein Krimi draus machen – ein Fall für den Allgäu-Kommissar Kluftinger, den er bei Kässpatzn und Dampfnudeln löst? Oder sollte ich mir einen eigenen Kommissar erfinden, um das als Schreiberling selber zu machen. Kommissar Knutzinger vielleicht? Mal sehen … Krimi ist ja nicht wirklich mein Spezialgebiet, erst recht nicht mit Allgäuer Lokalkolorit.

 

Am Montagnachmittag fuhren wir wieder nach Lindau, zunächst zum Tanken und dann nach Weißensberg weiter. Wir rechneten mit Kosten von guten dreihundert Euro – hundertfünfzig für den Mietwagen und hundertfünfzig für den Reifen inklusive Montage. Umso verblüffter waren wir, als der Meister Suppan uns mitteilte, den Mietwagen übernähme die Mobilitätsgarantie, weil der Wagen mangels Ersatzteil nicht flottgemacht werden konnte.

Der Notreifen dient auch nach Ansicht von Daimler Benz nicht dazu, hunderte von Kilometern zu fahren, sondern ist wirklich nur dafür da, in die nächste erreichbare Fachwerkstatt zu kommen. Inzwischen muss man sogar Aufpreis für den Notreifen zahlen. Serienmäßig gibt’s weder Notreifen noch das so genannte Tyre-fit, mit dem man einen Reifen notdürftig reparieren konnte. In solchen Fällen wie dem unseren käme künftig nur noch der Abschlepper in Betracht …

Es war einfach großartig, dass die Werkstatt das von sich aus geregelt hat. Das verdient Anerkennung. In halber Hörweite bekam Wolfgang noch mit, dass der Meister den Gesellen, der das Auto nach Abschluss der Reparatur vorfuhr, fragte, ob er den Reifendruck an allen Reifen geprüft hatte, was der junge Mann bejahte. Wow!

Und den dritten Pluspunkt haben die Jungs und Madln des AMG-Zentrums Weißensberg sich am Dienstag von uns verdient: Als wir herkamen, maulte die Waschwasseranzeige über zu geringen Wasserstand. Wollten wir eigentlich längst behoben haben, doch hatten wir das Waschwasser immer wieder vergessen – zwei Wochen lang. Sie haben es in Weißensberg aufgefüllt – einfach so, ohne Auftrag, ohne Berechnung. Super!

Ein wahres Schlüsselerlebnis.

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